Die Euro-Normen

Im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Europäischen Union im Bereich Qualitätssicherung für Verschlusssysteme, Tresore, Datensicherungsschränke, Feuerschutz und Einbruchschutz wurden vom europäischen Komitee für Normung CEN in Brüssel neue Qualitätsstandards definiert und in allgemein verbindliche EURO-NORMEN gefasst.

 

Die Prüfnorm EN 1047-1

beschreibt das Testverfahren hinsichtlich Feuerschutz.

 

Die Prüfnorm EN 1143-1

beschreibt das Testverfahren hinsichtlich Einbruchschutz.

 

Die Prüfnorm EN 1143-2

 über die Sicherheit von Depositsystemen

 

Die Prüfnorm EN 1300

beschreibt das Testverfahren für elektronische, mechatronische und mechanische Verschlusssysteme.

 

Die nationalen Norminstitute haben sich rechtswirksam verpflichtet, diese EURO-NORMEN im Ganzen und ohne Modifikationen einzuführen und zur Anwendung zu bringen.

 

Die Anwendung der EURO-NORMEN als verbindliche Prüfnormen wird auf nationaler Ebene von Prüflaboratorien realisiert, die ebenfalls nach EURO-NORMEN zertifiziert und akkreditiert sind.

 

Die Einführung dieser neuen EURO-NORMEN auf nationaler und internationaler Ebene erfolgt durch die Marktteilnehmer, also Hersteller und Verbraucher. In praktisch allen Staaten der EU sind bereits qualifizierte Prüflaboratorien und Zertifizierungsstellen entstanden, die den Herstellern als Dienstleister zur Verfügung stehen.

 

Die Güteüberwachung erfolgt nach strengen Regelungen auf vertraglicher Basis durch die Zertifizierungsstellen oder durch das Personal der Prüflaboratorien.

 

Als Qualitätsnachweis bringen die Hersteller auf der Türinnenseite der Tresore eine Prüfplakette mit folgenden Hinweisen an:

 

• Name der Zertifizierungsstelle

• die angewendete Prüfnorm

• der Widerstandsgrad oder die Güteklasse

• die Produktionsnummer

• das Baujahr

• die Masse in kg.

 

Die Prüfplaketten werden durch die Zertifizierungsstellen kontrolliert an die Hersteller herausgegeben und dienen dem Verbraucher als Qualitätsnachweis.

 

Die aus der Vergangenheit bekannten Sicherheitsstufen A und B nach VDMA 24992 wurden in den EURO-NORMEN nicht aufgenommen, weil diese in Deutschland hergestellten Produkte labortechnisch nicht typengeprüft wurden und keiner Fremdgüteüberwachung unterliegen.

 

Das europäische Komitee für Normung hat diese Produkte teilweise ersetzt durch Sicherheitsschränke, die in eine gesonderte neue Prüfnorm – die EN 14450 – aufgenommen und in eine Klasse 1 und Klasse 2 eingeteilt wurden.

 

Nach der labortechnischen Typenprüfung werden nun auch diese Produkte zertifiziert und einer Fremdgüteüberwachung unterworfen.